Einfach fallen lassen

Als ich Ende April oder Anfang Mai das erste Mal gefragt wurde, ob ich es gern machen möchte, habe ich noch mit Bestimmtheit ’nein‘ gesagt. Das habe ich auch so gemint. Ich war davon überzeugt, dass mich nichts auf der Welt dazu bringen kann aus einem fliegenden Flugzeug zu springen.
Ende Mai war ich dann allerdings davon überzeugt, dass ich Neuseeland nicht verlassen kann, wenn ich keinen Skydive gemacht habe. Da ich etwas lieber sofort in die Tat umsetze, bevor ich noch allzu darüber nachdenken kann, habe ich mich sofort an die Planung eben jenes Ausflugs gemacht.

SKYDIVE TAUPO
In Neuseeland hat man eigentlich überall die Möglichkeit einen Skydive zu machen und ich bin mir sicher, dass es sich überall gleichermaßen lohnt. Ich habe mich für Skydive Taupo entschieden, da es mir dort von vielen Seiten wärmstens empfohlen wurde.
Ein weiterer Bonus: Taupo liegt so ideal, dass man bei wolkenlosem Himmel bei einem Sprung aus 15000 ft nicht nur das Meer zu beiden Seiten der Nordinsel sehen können soll, sondern sogar bis nach Auckland gucken. Als ich gesprungen bin, war es nicht wolkenlos und ich konnte nicht so weit schauen. Leider.

VORHER TERMIN BUCHEN
Wenn man sich sicher sein möchte, an dem Tag, den man für den Sprung ausgewählt hat, auch wirklich springen zu können, sollte man über das Internet einen Termin buchen. Ich denke, das ist gerade im Sommer recht ratsam, da im Sommer sehr viel mehr Leute springen möchten als im Winter.

DAS RICHTIGE WETTER
Ein Faktor, auf den man keinerlei Einfluss hat, ist das Wetter. Leider ist es genau der Faktor, der entscheidet, ob man springt oder nicht. Ist es wolkenverhangen oder regnet sogar, hat man keine Chance – dass man auch keine Lust bei solchem Wetter hat, kommt noch hinzu.
Ich bin bei Sonnenschein und ein paar Wolken gesprungen. Allerdings erst einen Tag später als ich wollte, da am Tag zuvor die dichte Wolkendecke einfach keinen Sonnenstrahl zur Erde gelassen hat.
Um zu verhindern, dass man bei nicht geeignetem Wetter am Flugplatz auftaucht, sollte man etwa eine halbe Stunde vor dem geplanten Sprung anrufen und sich erkundigen, ob ein Sprung möglich ist.

ABGEHOLT WERDEN
Ein schöner Extraservice ist, dass man sich aus Rotorua und Taupo von Skydive Taupo abholen lassen kann. Auf diese Weise muss man nicht selbst irgendwie zum Flughafen kommen. Für Leute wie mich, die mit dem Bus angekommen sind, eine praktische Sache.

DIE FAMILIE EINWEIHEN
Ich habe mich dagegen entschieden vielen Leuten von meinem Plan zu erzählen. Das liegt daran, dass ich mich wahrscheinlich die meisten davon hätten abbringen wollen. Nur meinem Bruder habe ich vorher davon erzählt und der wäre am liebsten mitgekommen.
Im Fall der Fälle wäre es gut, wenn eine Person davon weiß, dass man einen Skydive macht. In der Anmeldung muss nämlich eine Person angegeben werden, die im Notfall benachrichtigt wird. Wenn die dann von nichts weiß, ist ja auch blöd.
Direkt nach meinem Skydive habe ich übrigens allen davon erzählt, dass ich es gemacht habe und ich bin für vollkommen verrückt erklärt worden.

PACKET WÄHLEN
Vor Ort kann man sich dann nicht nur für eine Höhe entscheiden (12000 ft oder 15000 ft), sondern auch noch ob man neben dem Sprung auch noch andere Leistungen haben möchte. Per Videos kann man sich dann anschauen, für was man sich da entscheiden würde. Man kann natürlich auch einfach nur den Sprung wählen.

SICHERHEIT GEHT VOR
Wenn sich jeder für einen einfachen Sprung oder ein Packet entschieden hat, ist nämlich auch Sicherheit ein großes Thema. Ein Video über den Verlauf des Sprungs wird gezeigt, in dem speziell auf die Sicherheitsvorkehrungen eingegangen wird.
Die wichtigsten Punkte geht der Tandemmaster aber auch noch mal durch.

UND DANN GEHT ES LOS
Nachdem alle Punkte von weiter oben abgearbeitet worden sind, geht es dann in den Absprungbereich. Von dort gibt es dann kein zurück mehr…

MEIN SPRUNG
Entschieden habe ich mich für das Full Monty Packet. Das beinhaltet neben einem Sprung auf 15000 ft eigentlich alles, was man noch dazu kaufen kann. Es ist das größte und teuerste Packet. Das war es mir aber auch wert. Wenn ich schon einmal in meinem Leben aus einem fliegendem Flugzeug springe, dann will ich wenigstens ein vernünftige Erinnerung daran haben.
Ich war ziemlich aufgeregt. Gerade als es ins Flugzeug ging. Ich hasse die Starts von Flugzeugen, deshalb war ich ziemlich überrascht, dass dieser hier nicht mal halb so schlimm war, wie ich erwartet hatte.
Ich war froh, nicht als erste zu springen. So konnte ich dabei zusehen, wie andere starten. Das sieht echt witzig aus. Flup und weg sind sie. Leider funktioniert das bei dem eigenen Start nicht so. Da nimmt die Nervosität nämlich noch einmal um einiges zu. Und dann fällt man einfach nur. Es ist ein ziemlich komisches Gefühl. Man hat nämlich nicht das Gefühl der Erde auch nur ein Stück näher zu kommen.
Etwa eine Minute später ist alles vorbei und der Schirm ging auf. Das war dann auch die Zeit, in der ich wirklich mal etwas von der Umgebung hatte. Man konnte sich ein bisschen umsehen, bevor es zurück auf den Boden ging. Das geht dann aber schneller als gedacht.
Ich habe es sehr genossen und würde es am liebsten noch einmal machen.

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